Aktuelle Nachrichten

                                                       Liebfrauenhöhe, 6. Juli 2020

R.I.P. Schwester M. Theresvina Stöckl

Liebe Angehörige und mit Schwester
M. Theresvina Verbundene,

am Nachmittag des 1. Juli um 14:30 Uhr, ging unsere liebe

Schwester Maria Theresvina Stöckl

heim in die Ewigkeit.

In den letzten Wochen haben wir zwar immer wieder mit ihrem Heimgang gerechnet, doch jetzt kam er still und unbemerkt….

Ab dem 3. Oktober 1978 half Sr. M. Theresvina als externe Marienschwester neun Jahre lang, das neue Schönstattzentrum in Aulendorf aufzubauen. Am 2.7.1987 wurde Hier durften viele von uns sie kennen- und schätzen lernen. Groß war ihre Freude und ihr Talent beim Gestalten der Wände und Dekorationen im neuen Zentrum, ihre Begeisterung, neue Bekanntschaften zu schließen und Menschen ins Heiligtum zur Gottesmutter zu führen, dafür zu sorgen, dass sich Besucher und Gäste wohl und beheimatet fühlen konnten…..(erg. durch R. A.)

… Sr. M. Theresvina war auf ihren Heimgang vorbereitet, das erfuhren wir trotz ihrer Demenzerkrankung von ihr selbst. Noch vor zehn Tagen sagte sie in einem Gespräch, dass sie spüre, dass es heimwärts gehe und zitierte die Stelle aus der Heiligen Schrift: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ Und weiter sagte sie: „Jetzt macht der liebe Gott einen Strich. Jetzt kommt die Ewigkeit. Ich bin so gespannt, wie es dort ist, wenn man den lieben Gott und die Gottesmutter sieht. Wie viele Tage es noch sind? Die Ewigkeit ist eine lange Zeit – ohne Zahl, soviel Mal, sei gelobt das Sakrament.“

Wir danken unserer lieben Mitschwester mit unserem Gebet jetzt in der hl. Messe. Möge sie uns eine gute Fürbitterin sein in all unseren Anliegen.

Schwester M. Siglinde Hilser

(Art. leicht gekürzt)

Zum Gedenken an Pfarrer Erwin Binder    +28.5.2020

Mit Pfarrer Erwin Binder, der mit 90 Jahren verstorben ist, hat die Regio Oberland einen der prominentesten und engagiertesten Priester und Mitarbeiter verloren. Seit 1985 wirkte er im Vorstand der Michaelsgemeinschaft und war dann deren Vorsitzender, der u.a. den Neubau der Aulendorfer Pater-Kentenich-Bildungsstätte 1996 mitverantwortet hat.

Zu seinen Lebensdaten und Wirkungsstätten: Geboren ist Erwin Binder am 01.02.1930 in Riedlingen.  

Nach seiner Priesterweihe am 16.06. 1956 in Rottenburg war er als Vikar in Blaubeuren.

1958-1970 wirkte er als Pfarrer in Ellwangen bei Bad Wurzach, 1970-1985 in Herbertingen, mit Mieterkingen und Marbach, wo er dann auch das Amt des Dekans für das Dekanat Saulgau innehatte. 1985-2000 leitete er die Gemeinde Altheim, Grüningen und Heiligkreuztal und war zusätzlich 10 Jahre Kreisdekan im großen Dekanatsverband Biberach.

Seinen Ruhestand verbrachte er ab 2000  in seiner Heimatgemeinde Zwiefalten, wo er bereitwillig in der Gemeinde selbst und in den Dörfern auf der Zwiefalter Alb Aushilfen leistete.  In den letzten Jahren lebte er im Pflegeheim Maria Hilf in Untermarchtal, zuletzt im Pflegeheim Langenenslingen.

Beim Requiem in seiner Heimatgemeinde Zwiefalten am 24.06.2020, wo er genau 64 Jahre vorher die Primiz, seine erste Hl. Messe gefeiert hat, konnten wir unseren Verewigten in spezieller Weise charakterisieren: 

Zum ersten:  Von Maria geprägt. Er bekannte: „Ich wuchs in einer einfachen, aber harmonischen Familie auf. Ich erinnere mich, dass mich die Mutter des öfteren mit in die Kirche nahm und dort das Lied vorsang: Maria zu lieben. Dies hat meine kindliche Seele schon damals tief berührt. Vom Gnadenbild der Schutzmantelmadonna fühlte ich mich sehr angezogen.“ Diese frühe Liebe zur Gottesmutter wurde bei Erwin in der Jugendzeit vertieft. Mit 16 Jahren kam er ins Konvikt Ehingen.  Da hat er sich der Schönstattgruppe angeschlossen und sich dann persönlich Maria geweiht. Das Bild der MTA, der dreimal wunderbaren Mutter, hat ihn angezogen. Er hat sich dann für den Schönstatt-Priesterbund entschieden. In der Gemeinschaft fand er persönlichen Halt. An der Person und dem Lebensbeispiel von P. Kentenich hat er sich orientiert, für seine Pastoral eine hoffnungsvolle, zukunftsgerichtete Ausrichtung und Kirchensicht bekommen.

Ein zweites: Das Bild des guten Hirten war Pfarrer Binder immer wichtig, auch da stand er in der Nachfolge von P. Kentenich. Als sorgender guter Hirte hat er sich in seinen Gemeinden eingesetzt. Einige konkrete Beispiele: In allen drei Gemeinden hat er einen Frauenbund gegründet, in Ellwangen wie in Herbertingen und in Altheim. Er hat die kath. Landjugend aufgebaut bzw. gefördert. Er wollte die Menschen zusammenführen: die Frauen, die Jugendlichen, die Senioren. Er war im Sinne des Konzils offen für die Laien, hat ihnen viel zugetraut und verantwortungsvoll mit ihnen zusammengearbeitet.  Er war ein volksnaher Seelsorger und lebte gern unter den Menschen.

Eine dritte Charakterisierung unseres Verstorbenen: Er war ein unermüdlicher Arbeiter, der mehr als seine Pflicht erfüllte, der auch über die Pfarrei hinaus tätig war. Es begann für ihn in den Sechziger Jahren mit Burschenkursen an der Schwäbischen Bauernschule in Bad Waldsee und mit der Lehrtätigkeit an der landwirtschaftlichen Berufsschule in Ochsenhausen. Es ging weiter, als er 9 Jahre Diözesanpräses der männlichen Schönstattjugend war und unter anderem auch jährliche Zeltlager geistlich geleitet hat.

Als speziellen Dienst für die Diözese hat er das Amt des Dekans im Dekanat Saulgau übernommen und dann später den größten Dekanatsverband der Diözese in Biberach geleitet.

Neben der schon erwähnten Aufgabe als Vorsitzender der Michaelsgemeinschaft wirkte er als geistlicher Leiter der diözesanen Schönstatt-Krankenliga tätig, besonders als Exerzitienbegleiter.

Nichts war Pfarrer und Dekan Binder zu viel, zu allem war er bereit. Kein Wunder, dass sich bei ihm Herzprobleme einstellten. Pfr. Binder als unermüdlicher Arbeiter im Weinberg des Herrn, über die Pfarreien hinaus, als Künder der Gottesmutter gerade bei uns in der Regio Oberland. Wir bedanken uns ganz herzlich für seinen nimmer müden Dienst und sind ihm im Gebet und in der Feier der Eucharistie nahe.

                                                                                                           Pfarrer Sigbert Baumann